Drosselung von unbegrenztem Datenvolumen

Jetzt wird es spannend für die Drosselungspraktik bei Datentarifen!

Gerade erhalte ich den TechTicker, den Conrad so verschickt.

Laut der Email ist gerade ein geniales Urteil in die Welt geschlüpft:

Landgericht Potsdam: Drosseln von „unbegrenztem Datenvolumen“ nicht rechtens

E-Plus hatte seinen Tarif „Allnet Flat Base all-in“ im Dezember 2013 mit „unbegrenztem Datenvolumen“ beworben. Das Angebot beinhaltet aber ein Limit: Nach 500 Megabyte pro Monat wird die Datenrate gedrosselt. Der Verbraucherzentrale Bundesverband ging dagegen rechtlich vor. Nun hat das Landgericht Potsdam am Freitag entschieden: Wenn ein Telefonanbieter unbegrenztes Datenvolumen verspricht, muss er das auch liefern. Demnach ist eine Drosselung ab einer bestimmten Grenze nicht zulässig.

(quelle, TechTicker Conrad via Email, – Quellenangabe laut TechTicker Conrad: heise.de, spiegel.de)

Wenn man dem Glauben kann, dann wird es in Zukunft sehr spannend für Flatrates in jeder Hinsicht. Denn das Wort bedeutet ja sinngemäß „Festpreis“ und die Anbieter haben gerne damit geworden, obwohl es gar keine echten Flatrates waren, denn wenn gedrosselt wird ist es ja kein Festpreis.

Jetzt dürfte Schwung in die Bude kommen. Sinnlose Geschwindigkeitsbegrenzungen, die sowieso nur aus tarifpolitischer Sicht eine Rolle spielen – „könnten“ damit passé werden…

Da ich gerne Dinge einfach zu erklären versuche sieht es so aus:

Bisher haben Anbieter zum Beispiel nach 5 GByte Volumen die Geschwindigkeit reduziert. Dann wurde das Internet so lahmarschig, dass es auf Handy/Tablet/Note kaum noch nutzbar war. Genannt wurde es aber dennoch Flatrate = Festpreis. Mich hat diese Praxis immer schon geärgert und ich kenne Flatrates schon aus Zeiten wo sowas 170 DMark im Monat gekostet hat.

Das ist vergleichbar mit folgender Situation:

Du läßt Dir ein Haus bauen und bekommst einen Festpreis für weitere Arbeiten.

Aber nach einer gewissen Zeiten werden die Arbeiter so langsam, dass sie nur noch einen Ziegel am Tag verlegen. Und es zieht sich und zieht sich….

Genauso war bisher die Praxis bei Flatrates. Man mußte dann wieder „draufzahlen“ damit der „Festpreis“ auch einen Sinn ergibt und weiter nutzbar blieb bzw. die Arbeiter wieder etwas fleissiger Ziegel verlegten. Was mit einem echten Festpreis nunmal wenig zu tun hat.

Jetzt könnte durch das urteil die Drosselung am Ende sein. Und sicher wird es einen Preiskampf geben, von dem der Endverbraucher am Ende profitieren wird!

Das war mir einen schnellen Artikel einfach mal wert!

 

Schöne Grüße, Euer Martin