Anfangen ist besser als Planen!

Gestern Abend bin ich noch mit einem sehr gemischten Gefühl ins Bett gegangen. Da ist ein riesen Berg vor mir, den ich erklimmen möchte. Als Bergsteiger plant man seine Tour vorher und versucht alle Unwägbarkeiten möglichst vorher zu erkennen und vorbereitet zu sein, – auf unvorhersehbare Dinge.

Und genau da liegt die Krux. Es kann schnell passieren, dass man sich so sehr in Planungen verstrickt, dass man niemals mehr anfängt. Immer wenn man beginnen will kommen einem die vielen Wenn und Abers in den Sinn, – mögliche Schwierigkeiten und vielleicht sogar Ängste. Am Ende sitzt man dann da mit dem tollsten Plan der Welt und setzt nichts davon um, weil es im Kopf schon zu mächtig geworden ist und es unmöglich erscheint auch nur anzufangen…

Wo soll man auch anfangen, wenn man doch einen riesen Berg vor sicht hat, der 1000de Stellen für den „idealen“ Aufstieg anbietet.

Manchmal ist es sogar klug einfach drauflos zu gehen. Aber sicher nicht, wenn man weiß, dass die Spitze des Berges kalt und gefährlich sein kann.

Im geschäftlichen Sinne ist das nicht viel anders. Ein kleines Hosentaschen-Business zu gründen und mal eben im Nebenerwerb tätig zu sein ist keine besondere Schwierigkeit. Anders sieht es schon aus, wenn man sich hauptberuflich selbst verwirklichen möchte. Da ist erstmal eine große Mauer.

rechtliche Hindernisse, die eigenen Fähigkeiten, der Markt, die wirtschaftliche Lage, das Wetter, …

Alles spielt eine Rolle. Ich für meinen Teil konnte früher meine Pläne immer gut gegen Ende Dezember – zum Jahresausklang – schmieden. Heute ist mir der Frühling lieber. Es hat etwas erwachendes und gedeihendes im Frühling zu starten und aktiv zu werden. Der Sommer ist dann schon wieder zu heiß. Da sollte alles schon laufen und im Herbst wo es windig wird – das geht schonmal gar nicht! :-)

Aufschieberitis nennt sich die Krankheit. Einfach nicht anfangen etwas zu tun, – alles auf den nächsten Tag schieben und schon nach dem Aufstehen nach Gründen zu suchen es wieder zu verschieben. Puhhh!

Wenn man diesen Demon erkannt hat, kann man diesen auch bändigen. Immer grundsätzlich und jeden Tag „etwas zu tun“ ist das Prinzip. Manchmal gelingt einem Nichts. Manchmal tut und macht man und am Ende ist da kein Erfolg. Aber trotzdem muß man weitermachen.

Wieder zurück zum Berg: Da wollen wir also hoch!

Schön ist es loszuwandern. Das Wetter ist gut und wir drehen uns um und genießen die schöne Landschaft. Das Ziel vor den Augen. Es wirkt klein. Das hat mit Geometrie und Winkeln zu tun. Wir brauchen die Augen nur um wenige Grad nach oben bewegen und können die Spitze des Berges sehen. Je näher wir aber dem Berg kommen, desto höher wird er. Bis wir schließlich sogar den Kopf nach oben bewegen müssen, da der Winkel immer größer wird.

So kann es auf dem Weg das Ziel zu erreichen auch im Geschäftlichen Sinne manchmal so wirken, als würde sich das Ziel immer weiter entfernen je näher man diesem kommt. Es sind nur Eindrücke, die uns täuschen.

Der sicherste Weg sein Ziel niemals zu erreichen ist es, – den Aufstieg des Berges immer und immer wieder nur zu planen. Niemals loszugehen. Niemals zu beginnen.